Die Leistungsabschreibung

Die Leistungsabschreibung

Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die einer Abnutzung unterliegen, sind abzuschreiben (Abschreibungsgebot).

Abschreibung

Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die einer Abnutzung unterliegen, sind abzuschreiben (Abschreibungsgebot). Handelsrechtlich stellt die Abschreibung ein Instrument der Bewertung dar, da abnutzbare Wirtschaftsgüter in der Bilanz mit ihren Anschaffungs-/Herstellungskosten, vermindert um die Abschreibung anzusetzen sind. Steuertechnisch bewirkt die Abschreibung als „Absetzung für Abnutzung (AfA)“, dass sich die Anschaffungs- oder Herstellungskosten über die gesamte Nutzungsdauer hinweg gewinnwirksam auswirken können. Die gebräuchlichste Art der Abschreibung ist die lineare Abschreibung. Darüber hinaus gibt es die degressive Abschreibung oder auch die Leistungsabschreibung.

Leistungsabschreibung

Die Leistungsabschreibung bietet sich als Alternative zur linearen Abschreibung an. Die Leistungsabschreibung ist steuerlich zulässig „bei beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, bei denen es wirtschaftlich begründet ist, die Absetzung für Abnutzung nach Maßgabe der Leistung des Wirtschaftsguts vorzunehmen“ (§ 7 Abs. 1 Satz 6 des Einkommensteuergesetzes – EStG).

Voraussetzung

Der Steuerpflichtige kann dieses Verfahren statt der linearen Abschreibung wählen, wenn er den auf das einzelne Jahr entfallenden Umfang der Leistung nachweist. Bei dem abzuschreibenden Wirtschaftsgut muss es sich um ein bewegliches Wirtschaftsgut des Anlagevermögens handeln.

Berechnung

Die Leistungs-AfA bemisst sich aus den Anschaffungskosten, multipliziert mit der Zahl der tatsächlichen Leistungseinheiten in dem AfA-Jahr, dividiert durch die geschätzte Gesamtleistung.

Stand: 23. Juni 2014

Urlaubsaushilfe

Urlaubsaushilfe

Arbeiten Schüler und Studenten während der Sommerferien für nicht mehr als zwei Monate oder 50 Arbeitstage, besteht keine Sozialversicherungspflicht.

Kurzfristige Beschäftigung

Arbeiten Schüler und Studenten während der Sommerferien für nicht mehr als zwei Monate oder 50 Arbeitstage, besteht keine Sozialversicherungspflicht. Dies unabhängig von der Höhe des während des Sommerjobs erzielten Arbeitsentgelts. Es fällt lediglich Lohnsteuer an. Beträgt das gesamte Jahresarbeitseinkommen aber weniger als 9.354 € (Freibetrag von 8.354 € zzgl. 1.000 € Werbungskosten), erhält der Schüler/Student die gesamte Lohnsteuer wieder zurück.

Minijob und Ferienjob

Vorsicht geboten ist, wenn ein ganzjährig als Minijobber beschäftigter Schüler/Student während der Sommerferienzeit Vollzeit arbeitet. Wird in unmittelbarem Anschluss an einen Minijob beim selben Arbeitgeber eine Vollzeitstelle angetreten, nimmt die Sozialversicherung die Fortsetzung des bisherigen Dauerarbeitsverhältnisses an. Das Ergebnis ist eine volle Sozialversicherungspflicht.

Zeitraum zwischen Abitur und Uni

Die sozialversicherungsrechtlichen Regelungen für Studenten gelten erst ab Semesterbeginn. Arbeitet z.B. die angehende Medizinstudentin nach dem Abitur (Mai) bis Semesterbeginn (Oktober) in einer Arztpraxis für mehr als 450 €/Monat, besteht Sozialversicherungspflicht.

Stand: 23. Juni 2014

Investitionsabzugsbetrag auch nachträglich bilden

Investitionsabzugsbetrag auch nachträglich bilden

Für die Anschaffung abnutzbarer beweglicher Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens kann ein Investitionsabzugsbetrag gebildet werden.

Investitionsabzugsbetrag

Für die Anschaffung abnutzbarer beweglicher Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens kann unter bestimmten Voraussetzungen ein sogenannter Investitionsabzugsbetrag gebildet werden. In einem aktuellen Fall, den der 4. Senat des FG Niedersachsen zu entscheiden hatte, ging es um die Frage, ob ein Investitionsabzugsbetrag auch nachträglich für ein bereits angeschafftes Wirtschaftsgut gebildet werden kann, um Gewinnerhöhungen infolge einer Außenprüfung auszugleichen.

Das Urteil

Das FG hat in dem aktuellen Urteil vom 02.04.2014 (Az. 9 K 308/12) die nachträgliche Bildung bejaht, wenn seit der tatsächlichen Anschaffung weniger als 3 Jahre vergangen sind. Allerdings hat der Senat in diesem Urteil betont, dass die Anschaffung nicht erkennbar zur Kompensation nachträglicher Einkommenserhöhungen dienen darf. In einem Urteil aus 2013 (v. 18.12.2013, 4 K 159/13) hat das FG hingegen auch die nachträgliche Inanspruchnahme nach Durchführung einer Außenprüfung zum Zweck des Ausgleichs nachträglicher Einkommenserhöhungen für zulässig erachtet. Die Finanzverwaltung lässt eine nachträgliche Bildung nach der erstmaligen Steuerfestsetzung nicht zu, soweit die Nachholung erkennbar dem Ausgleich nachträglicher Einkommenserhöhungen, z.B. nach einer Außenprüfung, dient (BMF, Schreiben v. 20.11.2013, Tz. 24).

Revision

Gegen das Urteil 9 K 308/12 hat die Finanzverwaltung Revision vor dem Bundesfinanzhof eingelegt. Auch gegen das Urteil 4 K 159/13 ist ein Revisionsverfahren anhängig (Az. IV R 9/14).

Stand: 23. Juni 2014

Beratungskosten für Verständigungsverfahren

Beratungskosten für Verständigungsverfahren

Aufwendungen mindern steuerpflichtige Veräußerungskosten nicht

Aufwendungen mindern steuerpflichtige Veräußerungskosten nicht

Verständigungsverfahren

Lassen sich die Besteuerungsrechte zweier Staaten nicht durch klare Regelungen in Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) abgrenzen, hilft zur Vermeidung einer zweifachen Besteuerung das Verständigungsverfahren. In diesem Verfahren regeln die betroffenen Staaten, wer sein Besteuerungsrecht in welchem Umfang ausübt.

Der Fall

Ein in den USA Ansässiger hatte Anteile an einer deutschen GmbH mit Gewinn veräußert. Den Gewinn wollten sowohl das deutsche Finanzamt als auch die USA besteuern. In einem Verständigungsverfahren einigten sich die Parteien dahingehend, dass Deutschland ein Besteuerungsrecht von 60 % am Veräußerungsgewinn zusteht. Der US-Amerikaner wollte daraufhin seine Kosten für das Verständigungsverfahren vom Veräußerungsgewinn abziehen. Das deutsche Finanzamt weigerte sich. Der Steuerpflichtige bekam erstinstanzlich Recht, unterlag aber vor dem Bundesfinanzhof (BFH).

Revision

Im Revisionsverfahren entschied der BFH, dass Kosten für ein Verständigungsverfahren nicht Teil der Veräußerungskosten sind. Die Beratungskosten sind nicht durch die Veräußerung veranlasst. Sie sind auch nicht durch die Veräußerung entstanden und würden auch nicht der Durchführung der Veräußerung dienen. Die Kosten seien daher nur mittelbar durch die Veräußerung verursacht. Ein darüber hinausgehender Abzug von Aufwendungen als Betriebsausgaben/Werbungskosten wäre von Gesetzes wegen nicht möglich (Urt. v. 09.10.2013, IX R 25/12).

Stand: 23. Juni 2014

Entfernungspauschale

Entfernungspauschale

Kürzeste Entfernung auch bei verkehrsrechtlichen Benutzungsverboten maßgeblich

Kürzeste Entfernung auch bei verkehrsrechtlichen Benutzungsverboten maßgeblich

Arbeitnehmer können für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte eine Entfernungspauschale als Werbungskosten geltend machen. Als maßgebende Entfernung gilt kraft Gesetz die kürzeste Straßenverbindung. Diese gilt auch dann, wenn sie tatsächlich nicht befahren werden darf, wie der Bundesfinanzhof (BFH) festgestellt hat (Urt. v. 24.09.2013, VI R 20/13). Im Streitfall durfte ein Mopedfahrer eine Kraftfahrstrasse nicht befahren. Die längere Umwegstrecke wurde nicht anerkannt.

Stand: 23. Juni 2014

Neuregelungen für Arbeitnehmer

Neuregelungen für Arbeitnehmer

Das Bundesministerium hat den ersten Entwurf der Lohnsteuer-Änderungsrichtlinien 2015 veröffentlicht.

Neuregelungen für Arbeitnehmer

Das Bundesministerium der Finanzen hat Ende April 2014 den ersten Entwurf der Lohnsteuer-Änderungsrichtlinien 2015 (LStÄR 2015) veröffentlicht. Die wesentlichen Neuregelungen sind:

Mahlzeitengestellung

In R 3.13 LStÄR 2015 wird klargestellt, dass Mahlzeiten, die der Arbeitnehmer während einer beruflichen Auswärtstätigkeit oder im Rahmen der doppelten Haushaltsführung vom Arbeitgeber oder einem Dritten erhält, nicht steuerfrei sind.

Sachbezüge

Gemäß R 8.2 LStÄR 2015 sollen Arbeitnehmer bei der steuerlichen Bewertung ihrer Sachbezüge zwischen den Marktpreisen ohne Bewertungsabschlag und Rabattfreibetrag und den Endpreisen des Arbeitgebers mit Bewertungsabschlag und Rabattfreibetrag wählen können.

Geschenke und Aufmerksamkeiten

Die Grenze für steuerfreie Geschenke und sonstige Aufmerksamkeiten an Arbeitnehmer anlässlich von Betriebsveranstaltungen soll zum 01.01.2015 von 40 € auf 60 € angehoben werden (R 19.05 Abs. 6, R 19.06 LStÄR 2015). Zu beachten ist jedoch, dass die Sachgeschenke bis 60 € in die 110-€-Freigrenze für Betriebsveranstaltungen einzubeziehen sind. Letztere wurde allerdings nicht erhöht.

Reinigung von Berufskleidung

Die Reinigung von typischer Berufskleidung zählt nicht zu den steuerlich absetzbaren Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten (R 3.31 LStÄR 2015).

Zukunftssicherungsleistungen

Arbeitgeber können ihren Arbeitnehmern Sachbezüge bis zu 44 € monatlich z.B. in Form von Warengutscheinen oder in Form eines Job-Tickets steuerfrei zuwenden. R 8.1. Abs. 3 LStÄR 2015 stellt klar, dass die 44-€-Freigrenze nicht für Zukunftssicherungsleistungen gilt.

Erholungsbeihilfen

Für die Pauschalbesteuerung von Erholungsbeihilfen genügt es künftig, wenn die Leistung im zeitlichen Zusammenhang mit dem Urlaub des Arbeitnehmers gewährt wird (R 40.2 Abs. 3 LStÄR 2015).

Maßgebliche Lohnsteuerabzugsmerkmale

Gemäß R 39b LStÄR 2015 gelten künftig für die Lohnsteuerberechnung jeweils die Lohnsteuerabzugsmerkmale für den Tag, an dem der Lohnzahlungszeitraum endet. Dies gilt sowohl beim Arbeitgeberwechsel während eines Lohnzahlungszeitraumes als auch für sonstige Bezüge, die der Arbeitnehmer nach dem Ausscheiden bezieht.

Anwendung

Die Lohnsteueränderungsrichtlinen gelten ab dem 01.01.2015.

Stand: 23. Juni 2014

Verschärfung der Rahmenbedingungen für die Selbstanzeige

Verschärfung der Rahmenbedingungen für die Selbstanzeige

Strafzuschlag künftig schon ab 25.000 € hinterzogener Steuern

Strafzuschlag künftig schon ab 25.000 € hinterzogener Steuern

Selbstanzeige

Vom Instrument der Selbstanzeige haben in letzter Zeit insbesondere Auslandsgeldanleger regen Gebrauch gemacht. Ab dem 01.01.2015 sollen die Bedingungen für die strafbefreiende Wirkung solcher Steuernacherklärungen erheblich verschärft werden. Darauf haben sich Bundesfinanzministerium und Länder Ende April des Jahres verständigt (Pressemitteilung der Finanzbehörde Hamburg vom 30.04.2014).

Strafzuschlag

Nach aktuell geltendem Recht ist bei einem Steuerhinterziehungsvolumen von mehr als 50.000 € (diese Grenze gilt pro Tat) ein Strafzuschlag in Höhe von 5 % fällig. Die Zahlung des Strafzuschlags ist Voraussetzung für die strafbefreiende Wirkung der Selbstanzeige. Mit der Zahlung erwirbt der Steuerpflichtige einen Anspruch auf Einstellung des Verfahrens. Die Bußgeld- und Strafsachenstelle sieht nach Zahlung von der Verfolgung der Steuerstraftat ab. Künftig muss bereits für eine Hinterziehung von 25.000 € bis 100.000 € ein Strafzuschlag von 10 % gezahlt werden. Ab hinterzogenen Steuern in Höhe von 100.000 € bis zu 1 Mio. € beträgt der Zuschlag künftig 15 %. Ab 1 Mio. € hinterzogener Steuern sollen 20 % Strafzuschlag fällig werden.

Strafrechtliche Verjährungsfristen

Grundvoraussetzung für die Erlangung von Straffreiheit ist, dass gegenüber der Finanzbehörde alle unverjährten Steuerstraftaten einer Steuerart in vollem Umfang berichtigt werden. Die strafrechtliche Verjährungsfrist beträgt nach geltendem Recht 5 Jahre; sie soll künftig auf 10 Jahre verdoppelt werden. Damit müssen künftig für die strafbefreiende Wirkung der Selbstanzeige vollständige Angaben für insgesamt 10 zurückliegende Jahre nachgeholt werden. Dieser lange Verjährungszeitraum kann angesichts des Vollständigkeitsgrundsatzes in Fällen, in denen die Auslandsbank keine Erträgnisaufstellungen mehr liefern kann, zu Problemen führen.

Stand: 23. Juni 2014

Verschärfung der Rahmenbedingungen für die Selbstanzeige

Verschärfung der Rahmenbedingungen für die Selbstanzeige

Strafzuschlag künftig schon ab 25.000 € hinterzogener Steuern

Strafzuschlag künftig schon ab 25.000 € hinterzogener Steuern

Selbstanzeige

Vom Instrument der Selbstanzeige haben in letzter Zeit insbesondere Auslandsgeldanleger regen Gebrauch gemacht. Ab dem 01.01.2015 sollen die Bedingungen für die strafbefreiende Wirkung solcher Steuernacherklärungen erheblich verschärft werden. Darauf haben sich Bundesfinanzministerium und Länder Ende April des Jahres verständigt (Pressemitteilung der Finanzbehörde Hamburg vom 30.04.2014).

Strafzuschlag

Nach aktuell geltendem Recht ist bei einem Steuerhinterziehungsvolumen von mehr als 50.000 € (diese Grenze gilt pro Tat) ein Strafzuschlag in Höhe von 5 % fällig. Die Zahlung des Strafzuschlags ist Voraussetzung für die strafbefreiende Wirkung der Selbstanzeige. Mit der Zahlung erwirbt der Steuerpflichtige einen Anspruch auf Einstellung des Verfahrens. Die Bußgeld- und Strafsachenstelle sieht nach Zahlung von der Verfolgung der Steuerstraftat ab. Künftig muss bereits für eine Hinterziehung von 25.000 € bis 100.000 € ein Strafzuschlag von 10 % gezahlt werden. Ab hinterzogenen Steuern in Höhe von 100.000 € bis zu 1 Mio. € beträgt der Zuschlag künftig 15 %. Ab 1 Mio. € hinterzogener Steuern sollen 20 % Strafzuschlag fällig werden.

Strafrechtliche Verjährungsfristen

Grundvoraussetzung für die Erlangung von Straffreiheit ist, dass gegenüber der Finanzbehörde alle unverjährten Steuerstraftaten einer Steuerart in vollem Umfang berichtigt werden. Die strafrechtliche Verjährungsfrist beträgt nach geltendem Recht 5 Jahre; sie soll künftig auf 10 Jahre verdoppelt werden. Damit müssen künftig für die strafbefreiende Wirkung der Selbstanzeige vollständige Angaben für insgesamt 10 zurückliegende Jahre nachgeholt werden. Dieser lange Verjährungszeitraum kann angesichts des Vollständigkeitsgrundsatzes in Fällen, in denen die Auslandsbank keine Erträgnisaufstellungen mehr liefern kann, zu Problemen führen.

Stand: 23. Juni 2014

Neuregelungen für Arbeitnehmer

Neuregelungen für Arbeitnehmer

Das Bundesministerium hat den ersten Entwurf der Lohnsteuer-Änderungsrichtlinien 2015 veröffentlicht.

Neuregelungen für Arbeitnehmer

Das Bundesministerium der Finanzen hat Ende April 2014 den ersten Entwurf der Lohnsteuer-Änderungsrichtlinien 2015 (LStÄR 2015) veröffentlicht. Die wesentlichen Neuregelungen sind:

Mahlzeitengestellung

In R 3.13 LStÄR 2015 wird klargestellt, dass Mahlzeiten, die der Arbeitnehmer während einer beruflichen Auswärtstätigkeit oder im Rahmen der doppelten Haushaltsführung vom Arbeitgeber oder einem Dritten erhält, nicht steuerfrei sind.

Sachbezüge

Gemäß R 8.2 LStÄR 2015 sollen Arbeitnehmer bei der steuerlichen Bewertung ihrer Sachbezüge zwischen den Marktpreisen ohne Bewertungsabschlag und Rabattfreibetrag und den Endpreisen des Arbeitgebers mit Bewertungsabschlag und Rabattfreibetrag wählen können.

Geschenke und Aufmerksamkeiten

Die Grenze für steuerfreie Geschenke und sonstige Aufmerksamkeiten an Arbeitnehmer anlässlich von Betriebsveranstaltungen soll zum 01.01.2015 von 40 € auf 60 € angehoben werden (R 19.05 Abs. 6, R 19.06 LStÄR 2015). Zu beachten ist jedoch, dass die Sachgeschenke bis 60 € in die 110-€-Freigrenze für Betriebsveranstaltungen einzubeziehen sind. Letztere wurde allerdings nicht erhöht.

Reinigung von Berufskleidung

Die Reinigung von typischer Berufskleidung zählt nicht zu den steuerlich absetzbaren Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten (R 3.31 LStÄR 2015).

Zukunftssicherungsleistungen

Arbeitgeber können ihren Arbeitnehmern Sachbezüge bis zu 44 € monatlich z.B. in Form von Warengutscheinen oder in Form eines Job-Tickets steuerfrei zuwenden. R 8.1. Abs. 3 LStÄR 2015 stellt klar, dass die 44-€-Freigrenze nicht für Zukunftssicherungsleistungen gilt.

Erholungsbeihilfen

Für die Pauschalbesteuerung von Erholungsbeihilfen genügt es künftig, wenn die Leistung im zeitlichen Zusammenhang mit dem Urlaub des Arbeitnehmers gewährt wird (R 40.2 Abs. 3 LStÄR 2015).

Maßgebliche Lohnsteuerabzugsmerkmale

Gemäß R 39b LStÄR 2015 gelten künftig für die Lohnsteuerberechnung jeweils die Lohnsteuerabzugsmerkmale für den Tag, an dem der Lohnzahlungszeitraum endet. Dies gilt sowohl beim Arbeitgeberwechsel während eines Lohnzahlungszeitraumes als auch für sonstige Bezüge, die der Arbeitnehmer nach dem Ausscheiden bezieht.

Anwendung

Die Lohnsteueränderungsrichtlinen gelten ab dem 01.01.2015.

Stand: 23. Juni 2014

Beratungskosten für Verständigungsverfahren

Beratungskosten für Verständigungsverfahren

Aufwendungen mindern steuerpflichtige Veräußerungskosten nicht

Aufwendungen mindern steuerpflichtige Veräußerungskosten nicht

Verständigungsverfahren

Lassen sich die Besteuerungsrechte zweier Staaten nicht durch klare Regelungen in Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) abgrenzen, hilft zur Vermeidung einer zweifachen Besteuerung das Verständigungsverfahren. In diesem Verfahren regeln die betroffenen Staaten, wer sein Besteuerungsrecht in welchem Umfang ausübt.

Der Fall

Ein in den USA Ansässiger hatte Anteile an einer deutschen GmbH mit Gewinn veräußert. Den Gewinn wollten sowohl das deutsche Finanzamt als auch die USA besteuern. In einem Verständigungsverfahren einigten sich die Parteien dahingehend, dass Deutschland ein Besteuerungsrecht von 60 % am Veräußerungsgewinn zusteht. Der US-Amerikaner wollte daraufhin seine Kosten für das Verständigungsverfahren vom Veräußerungsgewinn abziehen. Das deutsche Finanzamt weigerte sich. Der Steuerpflichtige bekam erstinstanzlich Recht, unterlag aber vor dem Bundesfinanzhof (BFH).

Revision

Im Revisionsverfahren entschied der BFH, dass Kosten für ein Verständigungsverfahren nicht Teil der Veräußerungskosten sind. Die Beratungskosten sind nicht durch die Veräußerung veranlasst. Sie sind auch nicht durch die Veräußerung entstanden und würden auch nicht der Durchführung der Veräußerung dienen. Die Kosten seien daher nur mittelbar durch die Veräußerung verursacht. Ein darüber hinausgehender Abzug von Aufwendungen als Betriebsausgaben/Werbungskosten wäre von Gesetzes wegen nicht möglich (Urt. v. 09.10.2013, IX R 25/12).

Stand: 23. Juni 2014

Entfernungspauschale

Entfernungspauschale

Kürzeste Entfernung auch bei verkehrsrechtlichen Benutzungsverboten maßgeblich

Kürzeste Entfernung auch bei verkehrsrechtlichen Benutzungsverboten maßgeblich

Arbeitnehmer können für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte eine Entfernungspauschale als Werbungskosten geltend machen. Als maßgebende Entfernung gilt kraft Gesetz die kürzeste Straßenverbindung. Diese gilt auch dann, wenn sie tatsächlich nicht befahren werden darf, wie der Bundesfinanzhof (BFH) festgestellt hat (Urt. v. 24.09.2013, VI R 20/13). Im Streitfall durfte ein Mopedfahrer eine Kraftfahrstrasse nicht befahren. Die längere Umwegstrecke wurde nicht anerkannt.

Stand: 23. Juni 2014

Investitionsabzugsbetrag auch nachträglich bilden

Investitionsabzugsbetrag auch nachträglich bilden

Für die Anschaffung abnutzbarer beweglicher Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens kann ein Investitionsabzugsbetrag gebildet werden.

Investitionsabzugsbetrag

Für die Anschaffung abnutzbarer beweglicher Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens kann unter bestimmten Voraussetzungen ein sogenannter Investitionsabzugsbetrag gebildet werden. In einem aktuellen Fall, den der 4. Senat des FG Niedersachsen zu entscheiden hatte, ging es um die Frage, ob ein Investitionsabzugsbetrag auch nachträglich für ein bereits angeschafftes Wirtschaftsgut gebildet werden kann, um Gewinnerhöhungen infolge einer Außenprüfung auszugleichen.

Das Urteil

Das FG hat in dem aktuellen Urteil vom 02.04.2014 (Az. 9 K 308/12) die nachträgliche Bildung bejaht, wenn seit der tatsächlichen Anschaffung weniger als 3 Jahre vergangen sind. Allerdings hat der Senat in diesem Urteil betont, dass die Anschaffung nicht erkennbar zur Kompensation nachträglicher Einkommenserhöhungen dienen darf. In einem Urteil aus 2013 (v. 18.12.2013, 4 K 159/13) hat das FG hingegen auch die nachträgliche Inanspruchnahme nach Durchführung einer Außenprüfung zum Zweck des Ausgleichs nachträglicher Einkommenserhöhungen für zulässig erachtet. Die Finanzverwaltung lässt eine nachträgliche Bildung nach der erstmaligen Steuerfestsetzung nicht zu, soweit die Nachholung erkennbar dem Ausgleich nachträglicher Einkommenserhöhungen, z.B. nach einer Außenprüfung, dient (BMF, Schreiben v. 20.11.2013, Tz. 24).

Revision

Gegen das Urteil 9 K 308/12 hat die Finanzverwaltung Revision vor dem Bundesfinanzhof eingelegt. Auch gegen das Urteil 4 K 159/13 ist ein Revisionsverfahren anhängig (Az. IV R 9/14).

Stand: 23. Juni 2014

Die Leistungsabschreibung

Die Leistungsabschreibung

Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die einer Abnutzung unterliegen, sind abzuschreiben (Abschreibungsgebot).

Abschreibung

Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die einer Abnutzung unterliegen, sind abzuschreiben (Abschreibungsgebot). Handelsrechtlich stellt die Abschreibung ein Instrument der Bewertung dar, da abnutzbare Wirtschaftsgüter in der Bilanz mit ihren Anschaffungs-/Herstellungskosten, vermindert um die Abschreibung anzusetzen sind. Steuertechnisch bewirkt die Abschreibung als „Absetzung für Abnutzung (AfA)“, dass sich die Anschaffungs- oder Herstellungskosten über die gesamte Nutzungsdauer hinweg gewinnwirksam auswirken können. Die gebräuchlichste Art der Abschreibung ist die lineare Abschreibung. Darüber hinaus gibt es die degressive Abschreibung oder auch die Leistungsabschreibung.

Leistungsabschreibung

Die Leistungsabschreibung bietet sich als Alternative zur linearen Abschreibung an. Die Leistungsabschreibung ist steuerlich zulässig „bei beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens, bei denen es wirtschaftlich begründet ist, die Absetzung für Abnutzung nach Maßgabe der Leistung des Wirtschaftsguts vorzunehmen“ (§ 7 Abs. 1 Satz 6 des Einkommensteuergesetzes – EStG).

Voraussetzung

Der Steuerpflichtige kann dieses Verfahren statt der linearen Abschreibung wählen, wenn er den auf das einzelne Jahr entfallenden Umfang der Leistung nachweist. Bei dem abzuschreibenden Wirtschaftsgut muss es sich um ein bewegliches Wirtschaftsgut des Anlagevermögens handeln.

Berechnung

Die Leistungs-AfA bemisst sich aus den Anschaffungskosten, multipliziert mit der Zahl der tatsächlichen Leistungseinheiten in dem AfA-Jahr, dividiert durch die geschätzte Gesamtleistung.

Stand: 23. Juni 2014

Urlaubsaushilfe

Urlaubsaushilfe

Arbeiten Schüler und Studenten während der Sommerferien für nicht mehr als zwei Monate oder 50 Arbeitstage, besteht keine Sozialversicherungspflicht.

Kurzfristige Beschäftigung

Arbeiten Schüler und Studenten während der Sommerferien für nicht mehr als zwei Monate oder 50 Arbeitstage, besteht keine Sozialversicherungspflicht. Dies unabhängig von der Höhe des während des Sommerjobs erzielten Arbeitsentgelts. Es fällt lediglich Lohnsteuer an. Beträgt das gesamte Jahresarbeitseinkommen aber weniger als 9.354 € (Freibetrag von 8.354 € zzgl. 1.000 € Werbungskosten), erhält der Schüler/Student die gesamte Lohnsteuer wieder zurück.

Minijob und Ferienjob

Vorsicht geboten ist, wenn ein ganzjährig als Minijobber beschäftigter Schüler/Student während der Sommerferienzeit Vollzeit arbeitet. Wird in unmittelbarem Anschluss an einen Minijob beim selben Arbeitgeber eine Vollzeitstelle angetreten, nimmt die Sozialversicherung die Fortsetzung des bisherigen Dauerarbeitsverhältnisses an. Das Ergebnis ist eine volle Sozialversicherungspflicht.

Zeitraum zwischen Abitur und Uni

Die sozialversicherungsrechtlichen Regelungen für Studenten gelten erst ab Semesterbeginn. Arbeitet z.B. die angehende Medizinstudentin nach dem Abitur (Mai) bis Semesterbeginn (Oktober) in einer Arztpraxis für mehr als 450 €/Monat, besteht Sozialversicherungspflicht.

Stand: 23. Juni 2014

Kirchensteuerabzug auf Kapitaleinkünfte 2015

Kirchensteuerabzug auf Kapitaleinkünfte 2015

Erste Regelabfragen für den Einzug durch Banken starten zum 01.09.2014

Erste Regelabfragen für den Einzug durch Banken starten zum 01.09.2014

Kirchensteuer

Angehörige einer Kirchengemeinschaft, die nach innerkirchlichem Recht eine Kirchensteuer erhebt, unterliegen der Kirchensteuerpflicht. Bemessungsgrundlage für die Kirchensteuer ist die Einkommensteuer aller Einkunftsarten - auch Einkünfte aus Kapitalvermögen. Auf diese Einkünfte wird seit 2009 eine gesonderte Kirchenkapitalertragsteuer erhoben. Bemessungsgrundlage ist die auf Kapitalerträge entfallende Abgeltungsteuer.

Steuerabzug durch Bank

Die depotführenden Banken behielten bislang die Kirchenkapitalertragsteuer neben der Abgeltungsteuer nur auf Antrag des Kunden ein. Ein solcher Antrag ist ab dem Veranlagungszeitraum 2015 nicht mehr erforderlich. Denn die Banken fragen die Kirchensteuerpflicht ab dem 01.09.2014 mittels so genannter Regelabfragen beim Bundeszentralamt für Steuern ab und führen die Kirchensteuern den Abfrageergebnissen entsprechend an die zuständige Religionsgemeinschaft ab. Zu diesem Zweck können die Banken seit dem 15.04.2014 die Steueridentifikationsnummern ihrer Kunden im automatisierten Verfahren abfragen.

Sperrvermerk

Der Bankkunde kann dem Abruf von Daten zu seiner Religionszugehörigkeit widersprechen. Hierzu muss er unter Angabe seiner Identifikationsnummer beim Bundeszentralamt für Steuern auf amtlich vorgeschriebenem Vordruck einen schriftlichen Antrag stellen. Für diese Anträge gilt eine Frist jeweils bis zum 30.06. eines Jahres. Kirchensteuerpflichtige, die dem Abrufverfahren bereits zu Beginn widersprechen wollen, müssen einen solchen Antrag bis zum 30.06.2014 stellen. Der Kirchensteuerpflichtige muss in diesem Fall wie bisher seine Steuererklärung um die Anlage KAP ergänzen und dort die Kapitaleinkünfte für den Kirchenkapitalertragsteuereinbehalt erklären.

Stand: 28. Mai 2014